Donnerstag, 1. Mai 2014

KRÄUTER UND HEILPFLANZEN - ERNTE UND VERARBEITUNG

Wer sich, im welcher Form auch immer, mit dem Thema Kräuter und Pflanzen beschäftigt und somit viel Zeit in der Natur verbringt, kennt die Vorzüge dieses Hobbys/Berufs. Egal ob zu Hause im eigenen Garten oder auf dem Balkon angepflanzt wird, oder der Sammler auf seinen Touren durch die Landschaft streift, das anvisierte Ziel ist die Ernte. Wenn es soweit ist muss Diese aber verarbeitet und gelagert werden. Die Spossen, Blütenköpfe, bzw. die ganze Pflanze schneidet man mit einem scharfen Messer, oder einer Gartenschere ab.
Zwiebeln, Knollen und Wurzeln sollten bei trockenem Wetter ausgegraben werden und noch an Ort und Stelle vom gröbsten Schmutz befreit werden. Ist man unterwegs dann macht es Sinn faulige und wurmige Stellen ebenfalls zurückzulassen. Der Transport sollte nicht unnötig in die Länge gezogen werden, damit eine schnelle Weiterverarbeitung geschehen kann. Außerdem ist Schonung der Ernte angesagt. Damit ein Pressen und Drücken vermieden wird kann das Sammelgut in einem Korb, getrennt nach Arten und Sorten und evtl. in Leinensäckchen verstaut werden. Es ist darauf zu achten, dass giftige Pflanzen getrennt von Anderen bleiben. Auch mit offenen Wunden an den Händen sollte der Sammler vorsichtig sein wenn Er auf Beutezug geht.



Trocknen 



                                                                                               
Pflanzen die getrocknet werden können vor Ort schon zu Bündeln zusammengebunden werden, immer nach Arten getrennt.Wurzeln, Wurzelstöcke und Knollen, sowie Zwiebeln etc. müssen vor dem Trocknen gründlich gewaschen werden.
Die Kräuter werden zu Bündeln mit ca 20 Stängeln zusammengebunden und nachdem man Sie kurzzeitig in die pralle Sonne hing, sollte ein luftiger, schattiger Platz gefunden werden. Der Dachboden, die Scheune oder das Gartenhaus sind geeignete Plätze. In die Sonne deshalb, damit die Pflanzen schnell verwelken. Da sich die ätherischen Öle in den Kräutern bei 45 Grad verflüchtigen ist dieser Welkprozess vor dem eigentlichen Trocknen notwendig. Die natürliche Wärme, sowie der Luftzug übernehmen dann den Rest.


Wurzeln und Knollen werden nach dem Waschen in ca. 1-2 cm lange Stücke geschnitten und auf Trockenhorde gelegt. Diese Trockenhorde oder Siebe dienen auch bei Sprossen, Blättern oder Blüten als Unterlage. Im Normalfall sollte Diese Jeder mit Leichtigkeit herstellen können. Dazu spannt man über einen Holzrahmen ein rostfreies Gitternetz oder Hasendraht. Auch Pilze werden auf diese Art und Weise getrocknet.


Für Beeren und Samen sind flache Pappkartons oder kleine Holzkisten sehr gut geeignet, welche täglich gewendet werden müssen. Dies erreicht man am Einfachsten, in dem die Kiste geschüttelt wird. Dabei sollte Sie schräg gehalten werden. So lassen sich am Einfachsten kleine Ästchen und mitgesammelte Blätter entfernen da die Früchte nach unten Rollen, während die Äste liegen bleiben. Für Diejenigen die Samen aus Tomaten, Paprika uä vom "nassen und matschigen Fleisch " zum Eigenanbau verwenden wollen, ist die Lagerung in einem Kaffeefilter eine hilfreiche Methode. Das nur am Rande, es geht in diesem Aufsatz schließlich um das Trocknen.Und Dies ist sowohl die einfachste Form der Konservierung und mit eine der ältesten Varianten. Allerdings gibt es auch viele Blätter, wie z.B. Petersilie oder Bärlauch, die beim Trocknen viel Aroma verlieren und es zu Empfehlen ist manche Kräuter nur frisch zu sich zu nehmen. Damit beim Trocknen das optimale Endergebnis erzielt wird muß das Klima stimmen. Die Kräuter, Pflanzenteile und Blüten müssen ihre ursprüngliche Farbe behalten, den Geruch und das Aussehen. Stimmt das Klima nicht ist Schimmelbefall die Folge, sowie der Verlust der jeweiligen Wirkstoffe. Bei Drogen die ätherische Öle beinhalten darf die Trockentemperatur nicht 40 Grad, bei Pflanzen mit herzwirksamen Glykosiden nicht 50 Grad überschreiten. Die Trocknungsdauer hängt von der Temperatur und dem Wassergehalt in den Pflanzenteilen zusammen. Blätter und Blüten trocknen schneller als ein ganzes Kraut, Knollen und Wurzeln brauchen am längsten. Das Ende der Trocknungszeit ist nach 1-2 Wochen, spätestens nach 3 erreicht. Die Stängel knacken dann, die Blätter fangen an leicht zu brechen und rascheln. Beeren, Pilze und kleingeschnittene Wurzeln sind hart geworden.
Um sich mit der Zeit ein Gefühl zum Trockenvorgang anzutrainieren, kann das Wiegen nützlich sein. Durch den Verlust von Wasser verliert die Droge auch im Vergleich zum Sammelgut an Gewicht. Der Unterschied sieht in Etwa so aus:

  1. - Kräuter                             1/4
  2. - Blätter                               4/5
  3. - Blüten                               5/6
  4. - Rinde                                1/4
  5. - Wurzeln                            2/3
  6. - Fleischige Früchte          6/7
  7. - Samen                              1/5



Lagerung


Die Lagerung erfolgtgetrennt nach Sorten, geschützt vor Licht, Luft, Staub und Feuchtigkeit. Als Gefäße eignen sich gut verschließbare dunkle Gläser, Kunststoff/Blechdosen oder luftundurchlässige Plastikbeutel, welche mit Herkunft, Art/Sorte und Datum des Erntens beschriftet werden. Der Lagerort sollte dunkel, trocken und kühl sein. Da die Drogen mit der Zeit an Wirkung verlieren, durch den Verlust der Inhaltsstoffe, aber auch wie gekaufte Drogen von Schimmel und Schädlingen befallen werden können, sollte die Lagerzeit nicht viel länger als 1 Jahr betragen.